Bouffant

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Beschriftungen aus der Mitte des 20. Jahrhunderts lassen sich leicht zu gut restaurieren. Saubere Kurven und polierte Vektoren können den Stil eines alten Schildes nachbilden und dabei genau das verlieren, was das ursprüngliche Objekt glaubwürdig machte: Jahre der Benutzung, Sonnenlicht, Witterung und unvollkommene Vervielfältigung. Bouffant bewahrt einen Teil dieser Geschichte auf ihrer Oberfläche.

Ihre kompakte Schreibschrift entstand aus einer alten Anleitung für Schildermaler, die nur als grober Scan mit automatischer Vektorisierung überliefert war. Fehlende und beschädigte Formen wurden neu aufgebaut, nicht bloß bereinigt. So bleiben die Schwünge und der werbliche Rhythmus ebenso erhalten wie die sichtbare Abnutzung der Schrift. Varianten für Buchstabenpaare lassen häufige Kombinationen natürlicher fließen und verringern auffällige Wiederholungen.

Das macht Bouffant besonders nützlich für die Ausstattung historischer Schauplätze. Filme, Spiele, Ausstellungen und Fernsehserien, die in den 1950er- oder frühen 1960er-Jahren spielen, brauchen neben den berühmten Neonreklamen auch die alltägliche Geschäftswelt: Bäckereischachteln, Lebensmittelgläser aus dem Supermarkt, Motelprospekte, Gewürzflaschen im Diner, Schaufenster von Schönheitssalons, Rezeptkarten, Hinweise am Schwimmbecken und Aufkleber auf Haushaltsgeräten. Mit Bouffant können diese Dinge wirken, als wären sie schon eine Weile in Gebrauch.

Dieselbe Eigenschaft eignet sich für nostalgische Vorratssortimente und Haushaltswaren im Retrostil. Apfelbutter, Kuchenfüllung, Sirupflaschen, Pfannkuchenmischungen, Obstkonserven, Rezeptkästen, Emaillebehälter, Schürzen und Geschirrtücher können Bouffant als dekorative handschriftliche Ebene verwenden, während klarere Typografie die praktischen Informationen übernimmt. Restaurierte Motels, Diner, Autokinos, Bowlingbahnen und Sehenswürdigkeiten am Straßenrand können sie auf Schildern, Speisekarten, Postkarten, Souvenir-Shirts und Fanartikeln einsetzen.

Bouffant ist am stärksten, wenn kommerzielle Beschriftung aus der Mitte des 20. Jahrhunderts aussehen soll, als hätte sie überlebt, statt gerade erst rekonstruiert worden zu sein. Ihre Schwünge verankern sie in der Epoche; die abgenutzte Oberfläche lässt das Objekt gebraucht, angefasst, sonnengebleicht und bereits als Teil einer fremden Vergangenheit erscheinen.

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Angaben zu kommerziellen Schriften

Details zur Schriftfamilie

Erstveröffentlichung
2007
Schriftschnitte
1 Schriftschnitt
Version
1.104
Formate
OTF
Klasse
Schreibschrift
Form
Pinselschrift
Schriftsysteme
Lateinisch
Einsatzbereich
Displayschrift
Merkmale
Abgenutzt, Mehrschichtig, Ligaturen
Namen der kommerziellen Schriftschnitte (1)
  • Regular